Krieg aus der Zukunft (Auszüge)

Marcus Hammerschmitts "Der Fürst der Skorpione"

Schwäbisches Tagblatt, S. 30, 11. 9. 2007


TÜBINGEN (dhe) Was ein Zombie ist, weiß jeder aus dem Kino. Der in Tübingen lebende Schriftsteller Marcus Hanmerschmitt, Jahrgang 1967, hat noch eine andere Idee. In seinem zweitem Jugendblich "Der Fürst der Skorpione" ist "Zombie" ein übles Schimpfwort für eine Art medizinisch-technisches Wunder. Im Jahr 2040 ist die Technik so weit fortgeschritten, dass der Tod nicht mehr unwiderruflich ist. Allerdings sind (...) "Wiedererweckte", eine ganz neuartige Mensch-Maschine-Kombination, sofort zu erkennen (...).

Wiedererweckte sind so programmiert, dass sie sich nur langsam und unbeholfen bewegen können. Sie sind eben "Zombies" für die Mehrheitsgesellschaft, die sich im permanenten Kriegszustand befindet. Nur denken können sie so schnell wie jeder andere. Kinder, die noch Eltern haben, sind eine Seltenheit. Denn die sind längst durch biologische, elektronische und sonstige Waffen draufgegangen. Also müssen die Wiedererweckten verwaiste Jugendliche als "Vaterfigur" oder "Kunstmutter" übernehmen. (...) Das Mädchen Tabea, seit acht Jahren Vollwaise und durch Klauen im Kaufhaus aufgefallen, hat einen richtigen Horror vor diesem wiedererweckten Björn, den ein ominöser "Berater" ihr vor die Nase setzen will. (...)

Wie sich die beiden fast widerwillig anfreunden, ist nur eine der Geschichten in diesem Science- Fiction-Roman, der sich so spannend liest wie ein Thriller. (...) Zuneigung zwischen "Vaterfigur" und "Schützling" ist nicht vorgesehen. Björn soll deshalb vorzeitig ausgeschaltet werden. Das will Tabea nicht zulassen. Von nun an sind beide auf der Flucht. (...)

Anmerkung: Wiedererweckte sind nicht so programmiert, dass sie sich nur langsam und unbeholfen bewegen können. Der Wiedererweckungsprozess ist nur unvollkommen; genau aus diesem Grund werden Zombies nur noch als einfache Hilfsarbeiter und Vaterfiguren bzw. Kunstmütter eingesetzt. (MH)


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