In Die Helfer, aus der Anthologie "Das Jahr der Maus", hat der Ich-Erzähler einen besonderen moralischen Auftrag, weil er eine besondere Fähigkeit hat: Er kann die Schmerzen von Fremden erspüren, sie in sich aufnehmen und zu denen zurückbringen, die sie verursacht haben. Unter der Führung der Helfer, die für ihn die Ziele seiner Aktivitäten aussuchen und ihn mit den nötigen Ressourcen ausstatten (so z.B. der Fähigkeit, sein Aussehen wie ein Chamäleon zu ändern), wird er zu einer Art Racheengel und Vollstrecker extralegaler Todesurteile. Als die Helfer ihm befehlen, einen elfjährigen Jungen umzubringen, den sie für einen kommenden Massenmörder halten, und der seine diesbezüglichen Fähigkeiten durch den Mord an seiner vierjährigen Schwester auch schon unter Beweis gestellt hat, weigert sich der Racheengel, obwohl er weiß, daß dieser Widerstand nur symbolisch sein kann, denn der nächste Auftrag wartet schon auf ihn. Und weil in der Welt der Helfer die Gerechtigkeit herrscht, ist das Ende des Helden relativ klar. Einer wie er, der so viele Menschen auf dem Gewissen hat, wird am Ende auch nichts anderes sein können als ein Ziel.

Leseprobe


Die Helfer in: Das Jahr der Maus, Hrsg. Wolfgang Jeschke, Heyne Verlag, 556 S., 24.90 DM, ISBN 3-453-15651-X, S. 45 - 174



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