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| das.magazin | Ausgabe vom: 22. August 2003 |
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IV. Römerfest |
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![]() Ein- und Rückblicke in das Alltagsleben vor knapp 2000 Jahren. ![]() Die Opferzeremonie wurde zweisprachig abgehalten: In Lateinisch und Schwäbisch. ![]() Ein römischer Geschichtsschreiber berichtete über die schrecklichen Kelten. ![]() Die römische Toga: Für die einen ein Kleidungsstück, dessen Anlegen bis zu einer Stunde dauerte, für andere die längste Windel der Welt. ![]() Die Märkte haben sich bis in unsere Zeit nicht sehr geändert. |
Kleinbonum am Neckar In Rottenburg gaben Römer und Kelten Einblicke in ihren Alltag. ROTTENBURG. Wir befinden uns im Jahre 2003 nach Christus. Ganz Germanien ist von den Römern befreit. Ganz Germanien? Nein! Das kleine Rottenburg war an diesem Wochenende fest in der Hand der Römer. Im Stadtgraben zeigten sie, wie ihre Vorfahren vor mehr als 2000 Jahren gekämpft, gewerkelt und gefeiert haben. Wer Asterix gelesen hat, hat eine ungefähre Vorstellung davon, wie die alten Römer lebten. Auch in der Schule und in vielen Museen werden die damaligen Lebensverhältnisse dargestellt - allerdings meist hinter Glas. Am Samstag und Sonntag war das anders: Dann demonstrierten Fachleute an gut zwei Dutzend Stationen, wie der römische und keltische Alltag vor 2000 bis 4000 Jahren aussah: live und zum Mitmachen. So baute die Archäologen-Gruppe "Vex Legio VIII Augusta" um den Pliezhausener Alexander Zimmermann ein römisches Legionärslager auf, präsentierte römische Moden und zeigte Landvermessungs- und Heilmethoden. Die Keltentruppe Carnyx führte Kettenhemden stricken und Speerwerfen vor. Und das Forum Traiani erläuterte, wie man damals Perücken und Mosaike angefertigt hat. Dazu gab es einen Spieleparcours und etliche Verkaufsstände mit originalgetreuen Süßigkeiten, zurückgezüchtete Weinen und kunsthandwerklichen Waren. Die Idee, historische Lebensverhältnisse nachzustellen, heißt "Living History", sagt Steffen Schlüter vom Rottenburger Stadtmuseum. Durch den abwechslungsreichen und anschaulichen Mitmach-Charakter lassen sich vor allem Kinder begeistern. Mit neumodischem Kelten- und Druiden-Kult hat das Ganze nichts zu tun, bekräftigt Schlüter. "Da ist nichts esoterisches dabei. Es hält auch wissenschaftlich Stand." So probieren die "Living History"-Projekte zum Beispiel aus, ob bestimmte handwerkliche Verfahren, die man archäologisch rekonstruiert hat, auch in der handfesten Praxis taugen. Alle zwei Jahre organisiert das Rottenburger Stadtmuseum ein so genanntes Römerfest - immer im Wechsel mit dem Freiluftmuseum bei Hechingen-Stein. Heuer war das vierte - pardon: IV. - Rottenburger Fest, zumindest nach offizieller Zählung. Denn das im September 2001 geplante III. Römerfest wurde wegen der damaligen Terroranschläge in New York und Washington abgesagt. Dafür war das diesjährige Fest nach Schlüters Angaben "größer als es je war". |
Links zum Thema: Bericht: (mi) Bild(er): Erich Sommer das aktuelle magazin: Diesen Artikel pereMail versenden |
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