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Ausgabe vom: 07.März 2003
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Drei Freunde sollt ihr sein


Kicken im Käfig beim Cage-Fußball-Turnier

In vier Minuten können sechs Jungs mit etwas gutem Willen sechs Kippen rauchen. In vier Minuten können sie sich aber auch die Seele aus dem Leib hetzen, auf einem 9 mal 16 Meter großen Spielfeld bis zu neun Tore schießen, und sich dabei von The Prodigy zuwummern lassen. Wenn Letzteres passiert, nennt man das Cage-Fußball. Und wenn das alles noch im Tübinger Sudhaus-Saal stattfindet, ist das sogar noch eine Ecke abgedrehter.

"Pah – getuntes Street-Soccer, längst abgefrühstückt ", könnte man da lästern. Möglich wäre aber auch: "Hey, Wahnsinn, Cage-Fußball! " Am vergangenen Samstag war die Hey-Wahnsinn-Fraktion in der Überzahl. 42 Teams waren gekommen, eines sogar von München angereist. Von elf Uhr vormittags bis halb elf abends wurden ganze 126 Spiele durchgeklopft, bis im Finale die Magen-Darmtrakt-Brigade 96 aus Tübingen das Team Arsenal geschlagen und sich die Kicker von Tünamo Tagblatt den dritten Platz geholt hatten.

"Sound-Kick " nannten die Organisatoren der Tübinger Hobbyfußballer Grasshoppers ihr erstes Turnier, bei dem es keine lästigen Einwurf-, Ecken- oder Anspiel-Verzögerungen gab. Wie Tischfußball mit Deckel drauf ist das. Ein knackiges Kick-Konzentrat mit Suchtfaktor. Drei gegen drei. Ein Vier-Minuten-Rausch, beschallt wie eine Eishallen-Disco.

Sumo-Ringen glich das manchmal bei den Ecken-Rangeleien. Dann war wieder wie beim Eishockey, wenn der Ball vom straff gespannten Deckennetz gegen die Bande, gegen einen Spieler und dann ins Tor eierte. In den besten Momenten aber war es wie im ersten Nike-Spot, wo die Welt-Fußball-Elite noch im Käfig zauberte, und nicht im Schiffsrumpf die Nieten aus den Planken donnert. Da wurde der Ball flach gehalten, geschnibbelt, gewirbelt und dann eingelocht, dass die kleinen Metall-Beschwerungen in den Toren klirrten. Und vom Achtelfinale an war sogar die Stimmung so gut, dass zeitweilig die Musik ganz überflüssig wurde.

"Alles super ", bilanziert Jan Mystigaz von den Organisatoren, die noch in der Nacht zum Samstag bis sieben Uhr morgens den Käfig aufbauen mussten. Gerade mal einen rüpeligen Treter nahmen die Schiedsrichter (selbst die durften nicht in den Käfig) vom Platz. "Ich dachte, da gehen schon mehr Teams richtig rein ", sagt Mystigaz erleichtert. Und: Das nächste Cage-Fußball-Turnier kommt bestimmt. Damit mehr Studis mitmachen können, vielleicht schon im nächsten Herbst.

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Bericht: Wolfgang Brenner
Multimedia: Erich Sommer


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