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Ausgabe vom: 26. Juli 2002
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4. Marktplatzfestival

CIN-Bilder
Samstagsthemen
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Ein Bilderbogen vom Freitagabend.


Bilder vom gesamten Samstag.


Jeanette begeisterte eher die jüngeren Zuschauer.


"The Sweet" hingegen brachte die "reifere Jugend" in Fahrt.

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Zum Abtanzen war es schnell zu eng


Auf dem vierten Reutlinger Marktplatz-Festival feierten wieder 30.000 zu Oldies und Chartmusik

REUTLINGEN. Nicht nur das Wetter spielte am Wochenende mit: Insgesamt um die 30.000 Menschen feierten am Freitag- und am Samstagabend auf dem Marktplatz. Und sie feierten lange. Auch nachdem die letzten Bands abgebaut hatten, war für Tausende das Festival von Neckar-Alb-Radio und "Alexandre" noch lange nicht vorüber. Freitag ließ "Jeanette" Teenie-Herzen höher schlagen, Samstag wurde zu Oldies von The Rubettes, Bonnie M. und The Sweet gerockt.

Als erstes angereist waren am Freitagnachmittag die jugendlichen Festivalbesucher, ausgestattet mit Pappschildern, Liebesbotschaften und kleinen Geschenken in Kuscheltierformat für ihre Pop-Idole. Hinter der Bühne, am Zugang zum Backstage-Bereich, warteten jede Menge Fans, in der Hoffnung am Abend ein Autogramm zu ergattern. So hatte der, der erst zum offiziellen Beginn um 18 Uhr kam, fast keine Chance mehr auf einen Platz mit freier Sicht auf die Bühne. Besser dran waren die kleinsten Besucher mit ihrem Logenplatz auf Papas Schultern.

"Jasmin und der Morgenmann" und Arlette Zappi marschierten um 18.10 Uhr auf die Bühne und waren erst mal überwältigt. "Mann, seid ihr viele", staunte der Morgenmann, der wohl in den falschen Kleiderschrank gegriffen hatte, denn sein Beinkleid war ein langer blauer Blumenmuster-Rock. Doch das irritierte weder das Publikum noch tat es der guten Laune einen Abbruch. Die stellte sich bei dem inzwischen übervollen Marktplatz spätestens mit den Lollies.

Jeanette
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The Rubettes
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Wer nicht so sehr auf "Hölle, Hölle, Hölle", "Zehn nackte Frisösen" oder "Brown Girl in the rain" stand, konnte sich an den dicht an dicht stehenden Trink- und Fressbuden, die rund um den Marktplatz aufgestellt waren, bei Bier, Sekt und Selters oder einem Caipiriniha erfreuen - allerdings erst nach zweimaligem Anstehen: erst Kassenhäuschen, dann Essen und Trinken. Schon eine Stunde nach Beginn bekam selbst die Polizei Probleme mit der Fortbewegung. Zwei Fahrrad-Polizisten kamen mit ihren Rädern nicht mal mehr schiebend vorwärts. Nach drei Stunden machten die Lollies Henry and the Fun Company Platz. Ein wenig verlassen wirkte der Frontmann am Mikro. Hinter ihm tanzten nur sechs knapp bekleidete Mädels mit roten Cheerleader-Ponpons. Das Publikum schenkte Songs wie "Lady in Black" eher spärlichen Applaus.

Boney M
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Sweet
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Mehr Bewegung kam ab 22.15 Uhr in die Menge. Das holländische Dance-Project Vengaboys hatte Dancefloor-Kracher wie "Boom Boom Boom" oder "We're going to Ibiza" zu bieten. Doch dem Haupt-Act konnten sie nicht ganz das Wasser reichen. Dass "The most beautiful girl in the world" - so wurde Jeanette mit tiefer Männerstimme angekündigt - etwas auf sich warten ließ, verziehen ihre jungen Fans schnell und begrüßten ihre "Jeany" laut kreischend. Ganz in weiß bestach die blonde Deutsche mit Hits wie "That's how it's got to be" und "No more tears". Zugabe gab's in Form ihrer aktuellen Single "Sunny Day", bevor kurz vor zwölf Uhr der Vorhang fiel.

Als wäre Petrus Jeanette-Fan, nahm er sich die Zugabe zu Herzen. War es am Freitag trotz Bewölkung zwar warm, lachte am Samstag Abend die Sonne über dem Marktplatz. Um 18 Uhr gab es sogar noch ein bisschen Platz zum Bräunen. Doch noch schneller als am Vortag füllte sich Reutlingens Innenstadt. Bis in die Seitenstraßen standen die Leute im Durchschnitt nun ein wenig älter als am Tag zuvor - und als die Rubettes um kurz nach 19 Uhr auf die Bühne rückten, waren die Jubelrufe der 70er-Jahre-Fans sogar lauter als das Jeanette-Publikum.

Nicht nur zu "Sugar Baby Love" schwangen die Festival-Besucher ihre Hüften; die siebzigminütige Spielzeit war vielen viel zu kurz. Am Rande ruhten die ersten auf ihren mitgebrachten Campingstühlen, vor dem "Alexandre" ging das Tanzen auf den Bierbänken dagegen unerlässlich weiter. Boney M. mit Original Frontfrau Liz Mitchell bot nach langen 30 Minuten Pause neben ihren eigenen Songs auch Reggae-Rhythmen von Bob Marley ("No woman no cry"). Ein Ruck ging dann zum Finale durch die Menge, denn The Sweet brachte ihren Gitarren-Rock immer noch überzeugend und laut rüber, und zumindest aus den hinteren Reihen gesehen schimmerte in ihren langen Mähnen noch kein graues Haar. Doch um 23.45 Uhr war auch ihr Auftritt zu Ende.


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Aus dem Archiv:
3. Marktplatz Festival 2001


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Bericht: (mas)
Bild(er): Erich Sommer
Video(s): Sommer


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