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| das.magazin | Ausgabe vom: 19. Juli 2002 |
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Maisfeld-Irrgarten |
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![]() Halb Mandala, halb klassischer Irrgarten: Manfred Maiers Maislabyrinth. ![]() Mais, wohin das Auge reicht. ![]() Links oder rechts, da ist nicht nur hier die Frage. ![]() Der 8 Meter hohe Turm ist oft die einzige Orientierungshilfe. ![]() Manfred Maier, der Wächter des Wolfenhausener Labyrinths. |
Agrotainment mit Aussichtsplattform Bei Wolfenhausen ist vom Samstag an das erste Maislabyrinth in der Region zu begehen WOLFENHAUSEN. Wem es Spaß macht, seinen Orientierungssinn in Irrgärten auf die Probe zu stellen, der ist vom Samstag an gleich bei der Wolfenhausener Kreuzung richtig. Dort hat Landwirt Manfred Maier auf zweieinhalb Hektar Fläche das erste Maislabyrinth weit und breit angelegt - ein verschlungenes System von 2800 Meter begehbaren Wegen inmitten eines über zwei Meter hohen Pflanzendickichts. Vor reichlich zehn Jahren noch hatten magische Kreise im Kornfeld allenthalben Sommerkonjunktur, dann schwappte aus den USA die Maislabyrinth-Welle nach Europa herüber. Denn die Kukuruz-Irrgärten lassen sich als Agrotainment vermarkten und verschaffen den Bauern so ein zusätzliches Einkommen. Auch der 41-jährige Nebenerwerbslandwirt Manfred Maier hofft darauf: "Die Preise für Getreide und Raps", fürchtet er, "gehen wohl noch weiter runter. Also probieren wir mal was anderes." Den begehbaren Mais-Park zu entwerfen und anzulegen sei allerdings auch "ein Kick" gewesen. "Was andere können, kriegen wir genauso gut hin", sagte sich Maier, nachdem er im Sommer vergangenen Jahres mehrere andere Labyrinthe in Baden-Württemberg besucht hatte. Und schon vor der Aussaat zeichnete er im Februar das Muster für die eineinhalb Meter breiten Wege. Der Rest freilich "war harte Handarbeit". Erst machte sich eine Rotte Wildschweine über die frisch ausgetriebenen Maiskeimlinge her, so dass an Christi Himmelfahrt komplett nachgesät werden musste - übrigens in zwei Durchgängen nacheinander, damit sich keine Reihen bilden, sondern das gewünschte Dickicht. Ein Elektrozaun hielt die Schwarzkittel fortan fern. Auch das Einfügen der Wege ins heranwachsende Feld lief zunächst nicht nach Plan. Zwar kam Maier ohne die Zuhilfenahme eines teuren atellitengestützen Ortungssystems (GPS) zurecht: Er übertrug seinen Entwurf auf herkömmliche Weise mit Pfosten und Schnüren in den Mais. Mähversuche mit Rasenmäher, Motorhacke und Kleintraktor aber scheiterten nacheinander, so dass ein Großteil der 2,8 Kilometer Strecke schließlich von Hand mit der Hacke ausgehauen werden musste. Schließlich durfte Maier die Wege noch mit 80 Kubikmetern Holzhackschnitzeln abstreuen, und das komplett per Schubkarre. Einziger Orientierungspunkt inmitten der wogenden Biomasse ist nun eine sieben Meter hohe Aussichtsplattform, von der aus sich Ratlose den Rückweg zum einzigen Eingang nötigenfalls auch ausgucken und ansonsten den Blick weit übers Gäu schweifen lassen können. Blumenbeete mit Ruhebänken inmitten der beiden abyrinth-Hälften laden zudem zur Rast und Besinnung ein. Die Blumen selbst bekamen bis vor kurzem 100 Liter Wasser täglich. "Eigentlich kein Problem", sagt Maier, "aber wir mussten dabei die Laufwege im Labyrinth einhalten." Bis zum Ende der Sommerferien will der Hausemer seinen Mais-Irrgarten offen halten. Der soll vor allem ein Familienpublikum ansprechen: Vorm Eingang können Kinder auf Strohballen erumtollen; rings ums Feld warten Gladiolen und Sonnenblumen darauf, gepflückt zu werden; und drinnen sind vier Stempelstellen versteckt, die anlaufen muss, wer an einem Mais-Quiz teilnehmen möchte, das auch mit einigen Preisen dotiert ist. An Samstagabenden bietet Manfred Maier zudem Fackel-Führungen an. Dass Orientierung Suchende nicht hungern und dürsten müssen, dafür sorgen an den Wochenenden verschiedene Wolfenhausener Vereine. INFO: Das Wolfenhausener Maislabyrinth befindet sich an der Kreisstraße zwischen Seebronn und Ergenzingen, etwa auf halber Strecke. Es ist bis zum 8. September geöffnet, und zwar montags bis freitags von 13 bis 20 Uhr, an Samstagen von 10.30 bis 23 Uhr und an Sonntagen von 10.30 bis 20 Uhr. Eintrittspreise: 3 Euro für Erwachsene, 2 für Kinder über sechs und 1,50 Euro für die ganz Kleinen. |
Text: Willibald Ruscheinski Bild(er): Manfred Grohe, Erich Sommer das aktuelle magazin: Diesen Artikel pereMail versenden |
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