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Ausgabe vom: 19. Juli 2002
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Der Meteoriten-Knall

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Ein Leoniden Meteor.
Bild © 1999
Arne Danielsen


Bildnachweis:
harmsy.freeuk.com/meteors.html

Mysteriöses Phänomen

Ein Knall, eine Druckwelle: Vermutlich war's ein Meteorit

TÜBINGEN. Es war 23.40 Uhr in der Nacht auf Mittwoch, als in Reutlingen, Nehren, Gomaringen, Mössingen und auf der Alb ein kurzer, lauter Knall zu hören war, der von einer Druckwelle begleitet wurde. Scheiben klirrten, danach war Ruhe. Experten sagen: Vermutlich war es ein Meteorit. Stefan Lange vom Landeserdbebendienst nimmt mit "größter Vorsicht an", dass der Meteorit zwischen Tuttlingen und Sigmaringen in höchstens drei Kilometern Höhe zerplatzt sei.

Keine Explosion weit und breit, fanden die Polizeidienststellen in Reutlingen und Tübingen heraus, die zunächst davon ausgingen, dass der Knall lediglich von Reutlingen bis Mössingen zu hören war. In Ohmenhausen ging um 23.45 Uhr ein Notruf bei der Polizei ein: Es habe eine Gasexplosion gegeben. Vor Ort stellte sich das jedoch als Fehlalarm heraus.

Auch in Winterlingen, Tailfingen, Grosselfingen, Wilmandingen und in Rottweil knallte es. Sogar aus Hohentengen bei Saulgau gab es eine entsprechende Meldung. In Balingen wurde ein leises Grollen vernommen, in Winterlingen dagegen soll gar ein Haus vibriert haben.

Ein Erdbeben schließt Stefan Stange vom Landeserdbebendienst in Freiburg aus. Zwar sei auf der Reutlinger Station ein Ausschlag gemessen worden, der jedoch lasse nicht auf ein Beben schließen. An der sehr empfindlichen Station in Hohentengen sei nichts registriert worden. Weitere Daten aus der Region, unter anderem aus der Station in Mössingen, werden noch ausgewertet.

Fehlanzeige auch beim Wetterdienst: Gewitter gab es zwischen 23 und 24 Uhr in ganz Baden-Württemberg nicht, auch ein einzelner Blitzeinschlag oder irgendein anderes meteorologisches Phänomen wurde nicht registriert, wie Uwe Schickedanz vom deutschen Wetterdienst sagt. Die Flugsicherung in Stuttgart hat kein Flugzeug zu dieser Zeit über dem in Frage kommenden Raum registriert. Ein Überschall-Knall kommt deshalb auch nicht in Frage. ?Wir waren es diesmal nicht?, sagt Bernd Montag vom Flughafen. Gehört allerdings hat er den Knall auch: Er war in seinem Haus in Reutlingen, als es ?einen mächtigen Schlag tat und die Scheiben klirrten?.

Nichts registriert, beobachtet oder gemessen hat auch das Astronomische Institut in Tübingen. Der Astrophysiker Stefan Jordan sagte, ein explodierender Meteorit mache sich eher in einem Grollen bemerkbar, ein Knall sei sehr unwahrscheinlich. Und einen Einschlag wiederum hätte die Flugsicherung registrieren müssen. Das Institut jedoch misst nicht dauernd, weshalb Jordan hofft, dass vielleicht ein Hobbyastronom eine Beobachtung gemacht hat.

Eine Dußlingerin jedenfalls sagt, sie habe zwar nichts gehört, aber ? trotz des schlechten Wetters ? zur fraglichen Zeit am Himmel etwas kurz aufleuchten sehen.
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Aus dem Archiv:
Interview mit dem Astrophysiker Stefan Jordan
Die Auflösung


Links zum Thema:
Die kleinen Wilden aus dem All (BR-Online)
Meteoriten: Die Gefahr aus dem All (GEO)
Aktuelle Erdbebeninformation
Niederländisches Institut
Text: Sabine Lohr
Bild(er): Arne Danielsen, WWW


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