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| das.magazin | Ausgabe vom: 21. Dezember 2001 |
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Scherenschnitt im Stadtmuseum |
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![]() Hintergrund aus dem Silhouettenfilm "Der kleine Schornsteinfeger", Berlin 1935. ![]() Schattentheater "Die Zauberflöte", London 1973 ![]() Schattenbühne Lotte Reinigers, mit der sie in den fünfziger Jahren in London Vorstellungen gab. ![]() Silhouettenfilm "Papageno", 1935, der in der Ausstellung gezeigt wird. |
Das Lotte-Reiniger-Museum im Kornhaus Allmählich füllen sich die Hallen des Kornhauses. Während unten noch an der Dauerausstellung gearbeitet wird, kann oben unterm Dach seit ein paar Monaten schon das »Museum Lotte Reiniger« besichtigt werden. Damit hat der Nachlass der Künstlerin, die 1981 in Dettenhausen verstorben war, eine würdige Präsentation gefunden. Charlotte Reiniger wurde am 2. Juni 1899 in Berlin geboren. Es war die Zeit als die Bilder das Laufen lernten. Und schon als Kind war sie - wie sie später einmal sagte - »verrückt nach Film«. 1916 und 1917 nahm sie Unterricht am Deutschen Schauspielhaus in Berlin. Dabei lernte sie die großen Mimen des Hauses kennen, von denen sie immer wieder Silhouetten schnitt. Entscheidend für ihren weiteren Werdegang war die Bekanntschaft zu Paul Wegener. Der berühmte Regisseur und Produzent vermittelte ihr die Möglichkeit, an einem Tricktisch zu experimentieren. So entstand 1919 ihr erster Silhouettenfilm »Ornament des verliebten Herzens«. Weitere Streifen sollten folgen, stets in Zusammenarbeit mit Carl Koch, den Lotte Reiniger bei ihrer Arbeit kennengelernt hatte. Die beiden jungen Leute heirateten 1921 und blieben ein lebenslanges Team. Nachdem das Künstlerehepaar ein paar kurze Trickfilme gemacht hatte, ergab sich die Möglichkeit zu einer größeren Produktion. Ein Bankier finanzierte von 1923 bis 1926 den Silhouettenfilm »Die Abenteuer des Prinzen Achmed«. Ein Meisterwerk, das bis heute viele begeistert - eine spannende Geschichte, zusammengestellt aus den Märchenerzählungen von Tausendundeiner Nacht. »Prinz Achmet« war für Lotte Reiniger der künstlerische Durchbruch. Bald kannte man sie in ganz Europa. Nach der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 wurde das Arbeiten für Lotte Reiniger in Deutschland immer schwieriger. Der Silhouettenfilm wurde von den Nazis verfemt und ihr Ehemann war als Linksintellektueller gefährdet. Die folgenden Jahre verbrachte das Ehepaar Reiniger-Koch deshalb überwiegend in Paris, London und Rom. Nach dem Zweiten Weltkrieg wählten die beiden dann endgültig London zur Wahlheimat. Reiniger wurde britische Staatsbürgerin. Erst ihren letzten Lebensabschnitt verbrachte Lotte Reiniger wieder in Deutschland, beim befreundeten Pfarrer Alfred Happ in Dettenhausen. Dort ist sie 1981 verstorben. Und so kam es, dass ihr Nachlass im nahe gelegenen Tübingen schließlich seine letzte Heimstatt fand. Die Ausstellung im Stadtmuseum ist den drei wesentlichen Aspekten im Werk Lotte Reinigers gewidmet: ihren Scherenschnitten, ihren Silhouettenfilmen und ihrem Schattentheater. Alle drei Abteilungen zeigen dazu Belegstücke aus dem Nachlass. Das Stadtmuseum ist geöffnet von Dienstag bis Freitag jeweil von 15 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. |
Links zum Thema: Bericht: cityinfonetz Bild(er): Erich Sommer das aktuelle magazin: Diesen Artikel pereMail versenden |
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