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| das.magazin | Ausgabe vom: 24. August 2001 |
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Tag des offenen Denkmals |
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![]() Ehemalige Klosterschule in Bebenhausen ![]() Melanchthonschule ![]() Zur Zeit im "Christo-Look": Die Neue Aula ![]() Universitätskarzer ![]() Hügelschule |
Die Veranstaltungen in Tübingen
am 9. September 2001 Im Jahre 1993 fand in Deutschland auf Anregung des Europarates der erste "Tag des offenen Denkmals" statt. Seither stehen jährlich am Denkmaltag über 6.000 Objekte, die sonst nicht allgemein zugänglich sind, für Besucher offen. In diesem Jahr steht die Veranstaltung unter dem Motto "Schule als Denkmal - Denkmal als Schule: Jugend und Kulturerbe". Das diesjährige Programm in Tübingen wurde vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg Außenstelle Tübingen, dem Kulturamt und dem Stadtplanungsamt der Stadt Tübingen und dem Bürger- und Verkehrsverein Tübingen gestaltet und beinhaltet folgende Objekte: Ehemalige Klosterschule im Kloster Bebenhausen Berühmt und viel besucht ist das Zisterzienserkloster Bebenhausen. Kaum wahrgenommen werden heute die Spuren der Klosterschule, obwohl sie und ihre Angehörigen von 1556 bis 1807 die Klostergebäude beherrschten, mit einer neuen Funktion belegten und mit Leben füllten. Dabei ist heute noch so manches Relikt jener Zeit in Bebenhausen sichtbar: So erinnern Epitaphien und Grabsteine an die evangelischen Äbte, Lehrer und Schüler, die Renaissance-Kanzel verdankt der Schulzeit ihre Entstehung, und man findet im Kreuzgang viele Namen, von Schülerhänden trotz Verbots in den Stein geritzt oder darauf gemalt. Führung: Prof. Dr. Wilfried Setzler, Leiter des Städtischen Kulturamts 10.30 Uhr Treffpunkt: Kloster Bebenhausen, Schreibturm Melanchthonschule Nach einem Brand im Jahr 1489 war das Gebäude Münzgasse 20 von der Universität als Neues Collegium, Hörsaal für die Juristenfakultät, gebaut worden. 1653 zog die Philosophische Fakultät ein. 1847 kaufte es die Stadt, baute ein weiteres Stockwerk auf und etablierte im Gebäude eine "Mädchenvolksschule". Aus der Universitätszeit stammt noch das Wappen mit den gekreuzten Zeptern über dem Fenstersturz und vor allem der noch heute im Kellerfundament befindliche älteste deutsche Karzer, der nachweislich von 1515 bis zum Bau der Neuen Aula 1845 als Gefängnis benutzt wurde. Führung: Udo Rauch, Stadtarchivar 15.00 Uhr Treffpunkt: Eingang Münzgasse 20 Neue Aula Die Neue Aula entstand im Zuge der Universitätserweiterung des 19. Jahrhunderts als repräsentatives Hauptgebäude an der Wilhelmstraße. Der klassizistische dreigeschossige Werksteinbau mit erhöhtem Eingangsrisalit, flachem Dreiecksgiebel und vorgesetztem Portikus wurde 1841 bis 1845 nach Plänen des Baumeisters Gottlob Georg Barth errichtet und 1928 bis 1931 in freier Anpassung an die Barthschen Fassaden zur Hölderlinstraße hin erweitert. Im Vordergrund der Führungen stehen die Bau- und Restaurierungsgeschichte mit Besichtigung historischer Innenräume. Führung: Dr. Michael Goer, Landesdenkmalamt Heinz Haas, Architekt 11.00 + 14.00 Uhr Treffpunkt: Haupteingang Geschwister-Scholl-Platz Universitätskarzer Bei ihrer Gründung 1477 erhielt die Universität das Privileg der akademischen Gerichtsbarkeit. Zur Durchführung von Haftstrafen richtete sie im Gebäude Münzgasse 20 einen Karzer (Kerker, Gefängnis) ein, der schon 1515 "in Betrieb" war. Der mit schwarzen Secco-Malereien ausgestattete Tübinger Karzer ist Deutschlands ältester noch erhaltener akademischer Karzer. Natürlich haben die studentischen Delinquenten den Karzer mit allerlei frivolen Sprüchen und Bildern bemalt, weshalb er 1736 von Gottfried Schreiber mit Sprüchen und Bildern der biblischen Geschichte und der antiken Überlieferung ausgemalt wurde. Führung: Gabriele Schwelling, Historikerin Stefan Meyer-Schwelling, Historiker 13.00 + 13.30 + 14.00 + 14.30 Uhr Treffpunkt: Eingang Münzgasse 20 Grundschule Hügelschule In Tübingens Süden steht ein Bauwerk von besonde- rer Qualität - die Hügelschule des Tübinger Architek- ten Walter Braun aus dem Jahr 1964. Zwei quadrati- sche, eingeschossige Flachdach-Vierecke sind die Klassenbauten, ein weiteres die Turnhalle mit Annex für die Hausmeisterwohnung. Die Bauten sind ver- bunden durch schlichte Laubengänge, leichte Beton- platten auf schlanken Metallstützen. Als Baumateria- lien wurden roter Ziegel und hellgrauer Beton ver- wendet. Ein Zweieinhalbmeter-Rastermaß durchzieht die Schule als rhythmisches Prinzip. Dem Architekten ist es gelungen, mit sparsamen Mitteln ein zeitgenös- sisches Denkmal zu schaffen. Führung: Barbara Hennig-Christ, Leiterin der Hügelschule Dr. Uwe Liebe-Harkort, Leiter der Grundschule Innenstadt 11.00 + 14.00 Uhr Treffpunkt: Eingang, Hügelstraße 17 Info: Weitere Objekte im Kreis, die am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden können. |
Aus dem Archiv: Link zum Thema: landesweit Bericht: Erich Sommer Bild(er): Erich Sommer das aktuelle magazin: Diesen Artikel pereMail versenden |
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