| das.magazin | Ausgabe vom 20. Juli 2001 |
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Viva AfroBrasil |
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![]() Der Beginn des Festivals am Samstagnachmittag. ![]() Der weitere Verlauf bis in die frühen Abendstunden. ![]() Und hier ein Bilderbogen vom Sonntag.
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Samba, Sonne und südamerikanische Stimmung auf dem Tübinger Marktplatz Zum 16. Mal fand am Wochenende das Viva Afro Brasil Open Air auf dem Tübinger Marktplatz statt. Und wie jedes Festival mit einer so langen Geschichte hat auch das Afro Brasil seine ganz bestimmten Merkmale, Regelmäßigkeiten und ungeschriebenen Gesetze- die einen jedoch jedes Mal aufs Neue faszinieren und glücklich machen. Merkmale wie der spannungsvolle Kontrast von heißen brasilianischen Rythmen, leichtbekleideten südländischen Männern und Frauen, Palmen unter gelben Sonnenschirmen einerseits und der beschaulichen mittelalterlichen Fassade des Tübinger Marktplatzes andererseits. Regelmäßigkeiten wie die riesige Warteschlange am Eingang, die ausgelassene Ferienstimmung, und Menschen, Menschen, Menschen: auf dem großen Platz vor der Bühne, um die unzähligen Bars und Essensstände herum, in den Fenstern, auf den Toiletten. Doch das, was das Afro Brasil erst zum Afro Brasil macht, sind die ungeschriebenen Gesetze, die jedes Jahr wiederum erfüllt werden: Grauhaarige Männer beginnen, die Hüften zu wiegen; Familienmütter ziehen sich enge, grüngelbe Tops an, junge Mädchen entdecken ihre Liebe zu Männern mit Rastazöpfen, und manch einer tauscht das heißgeliebte Weizen gegen eine Caipirinha ein. Musikalisch gesehen mischte sich Altbewährtes mit Neuem: "Pedro Luís e a Parede" beeindruckten als erste Gruppe am Samstag mit gerappten Parts und rockigen Pogo-Sprüngen, was besonders dem jüngeren Publikum gefiel. Während des Bühnen-Umbaus sorgten Trommler in der Menge für konstante Hüftbewegungen und spontane Tanzeinlagen einiger Festivalbesucher. Die folgende 12-köpfige Formation "Terra Samba" begeisterte mit ihrem flirtenden Sänger besonders das weibliche Publikum: wie bei einem Backstreet-Boys-Konzert begleiteten hohe Schreie den gesamten Auftritt und vor allem die Momente, in denen er vormachte, was ein echter Hüftschwung ist! Highlight des Abends war dann unbestritten Afro-Brasil-Queen Daniela Mercury: Die Mischung aus Brasil-Pop, Karibik-Grooves und bahianischen Karneval-Beats brachten die Stimmung auf dem nächtlichen Marktplatz zum Kochen. Am Sonntag begannen Skank bei etwas weniger Publikum als am Vortag mit fetzigen Ska-Rythmen, ohne die brasilianischen Wurzeln zu verlieren. Und bei soften Reggae-Songs kamen jamaikanische Gefühle von "Love, Peace and Unity" auf. Jorge Ben Jor spielte locker und professionell, und als er zu seiner Tänzerin noch Leute aus dem Publikum zu sich holte, wirbelten zeitweise vier Erwachsene und zwei kleine Mädels mit ihm über die Bühne. Letzlich alle Sympathien hatte er auf seiner Seite, als er einige Lieder zusammen mit dem Sänger von Skank im Duett sang. Die Pause füllten wie am Samstag Trommler. Nacheinander tanzten Tübinger/innen wie Brasilianer/innen in dem kleinen Kreis mitten in der Menge, mit Klatschen und Rufen vom umstehenden Publikum angefeuert. Danach warteten dann alle gespannt auf die Afro Cuban Allstars von Juan de Marcos. Bandleader De Marcos spielte eine tragende Rolle bei der Entstehung des Films "Buena Vista Social Club", der in Tübingen großen Erfolg hatte. Die entspannten Salsa-Klänge im Stil von "Buena Vista Social Club" waren dann jedoch eher etwas für die Ohren als für die Beine, so daß die wilde Party in Konzertstimmung überging. Schade eigentlich, viele hätten die Allstars lieber als gemütliche Opener und Skank als furiosen Schlußpunkt bevorzugt. Die Streams haben die wesentlich kürzeren Ladezeiten, die Download-Version hingegen die deutlich bessere Qualität. Kostenloser Download |
Links zum Thema: Diesen Artikel pereMail versenden Bericht: Simone Sommer Fotos: Simone Sommer, Erich Sommer Videos: Erich Sommer THEMEN DER WOCHE: eMail an das.magazin |
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