| das.magazin | Ausgabe vom 06. Juli 2001 |
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T-Art / Kunst im Tunnel |
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![]() Die erste Tübinger T'ART (tunnel-art) zog auch viele zufällige Passanten in ihren Bann. ![]() Kunst-Tunnel oder Tunnel-kunst? Der Schlossbergtunnel wurde selbst zum Exponat - hier mit Christine Kuhns Kunsthunden namens "DocWoo", die die Wände entlang sausten. ![]() Unvermittelt stellte sich eine Armee kleiner Mafiosi in den Weg. Jürgen von Ulardts Unterweltmänner waren wie die echten Mafiosi käuflich - für DM 650 das Stück. ![]() Back to the roots: Der Lichtbildkünstler Przemek Zajfert aus Stuttgart beeindruckte mit Schwarzweißfotos, die er nur mit einer einfachen Lochkamera (Camera Obscura) aufnimmt. |
30 Stunden Kunst am Stück - Der Schlossbergtunnel wurde zur
längsten Galerie in der Region Vergangenen Samstag wurde im Tübinger Schlossbergtunnel die wohl längste Kunst-Galerie der Region eröffnet. Sie erstreckte sich auf etwa 220 Meter Länge in der ansonsten tristen und kahlen Röhre, die das Ammer- mit dem Neckartal verbindet. Leider handelte es sich nur um einen Event mit zeitlich befristeter Dauer. Denn der Tunnel gehört selbstverständlich nach dem Wochenende wieder ausschließlich den Fußgängern und Fahrradfahrern. Bis dahin jedoch gab es 30 Stunden "Kunst am Stück" zu sehen und zu hören. Entlang den Wänden reihten sich die Exponate und Installationen von 21 Künstlern aus Tübingen und dem ganzen Bundesgebiet. Zu Beginn um 11 Uhr vormittags waren zwar noch nicht alle präsent. Das sollte sich dann aber im Lauf des Tages noch ändern. Bemerkenswert: die meisten hielten dann tatsächlich die ganze Nacht bis weit in den nächsten Tag hinein durch. Zu sehen waren die unterschiedlichsten Stile und Techniken, vom klassischen Ölgemälde, über Acrylbilder bis hin zur Fotografie oder Lichtskulptur. Über die beiden Tage verteilt und vor allem die Nacht hindurch gab es ein begleitendes Kulturprogramm. Die "tunnel-art" (kurz T'ART) war die erste derartige Ausstellung, die in Tübingen stattfand. Sie bot den Künsterinnen und Künstlern Gelegenheit, mit ihrem Publikum zwanglos ins Gespräch zu kommen. Die Kunst kam sozusagen zum Publikum. Auf diese Weise konnten auch zufällige Passanten im wahrsten Sinne des Wortes "en passant" ein Stück Kunst kennenlernen. Passage und Aufenthalt in der Röhre waren natürlich - wie immer - kostenlos. Gelegentlich konnte es allerdings etwas eng werden. Nicht alle Radfahrer begriffen gleich, dass die Schussfahrt an diesem Wochenende halt nicht möglich war. Bei der Vernissage erläuterte Ausstellungsmacherin Angelika Weller-Sathi die gewollte Vieldeutigkeit des Namens T'ART, der zunächst nur das Wort tunnel-art verkürze. Unter tarte (französisch) könne man aber auch ein Törtchen verstehen, quasi ein Appetithappen auf mehr. Tarte bedeute aber auch soviel wie Flittchen. Ein Flittchen verführe bekanntlich die Menschen auf der Straße. Vielleicht verführt ja die T'ART die Tübinger Passanten auch zum einen oder anderen Häppchen Kunst. Wer weiß? Den einen oder anderen der Kunstschaffenden sah man jedenfalls gleich zu Beginn Umsätze machen. Der Wunsch der Veranstalter, dass möglichst viele Spaziergänger die Röhre als Zwischenstopp zur Regeneration von Körper und Geist benutzen würden, sollte im Laufe des Tages in Erfüllung gehen. Allerdings trübte sich das Wetter zusehends ein und brachte immer wieder mal Regengüsse. Wenigstens blieb man im Tunnel dann trocken. In einem machte die neue Kunsthalle gleich zu Beginn ihrem Namen alle Ehre. Das hallige Ambiente war wie geschaffen für "die Drei vom Dohlengässle" (eine Produktion des Melchinger Lindenhoftheaters). Die fühlten sich in der Röhre gleich dohlenwohl und gaben ihre Songs mit kräftigen Stimmen unter Ausnutzung des natürlichen Soundeffekts zum Besten. |
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